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Digitale Transformation
CENIT Digitalisierung Entscheider Checkliste 2019
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05.02.2019

Prinzipien einer erfolgreichen digitalen Transformation in der Fertigungsindustrie

Managementaufgabe Digitalisierung – die Checkliste für Entscheider 2019

Der Mittelstand ist gerade dabei, sich erfolgreich die Chancen der Digitalisierung zu erschließen. Das Thema ist Chefsache und laut einer aktuellen Befragung bei 62 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern bereits in der Geschäftsstrategie verankert. Nach den PowerPoint-Präsentationen folgen jetzt allerdings die Mühen der Ebene und gerade in der Fertigung geht es dabei um hochkomplexe Veränderungsprozesse. Worauf kommt es an, damit aus den vielen guten Ideen noch in diesem Jahr wertschöpfende Prozesse mit positivem ROI werden?

Die CENIT-Redaktion sprach mit Horst Heckhorn (Senior Vice President SAP Solutions & Business Development Executive) und Martin Thiel (Senior Vice President 3DS-PLM). Beide begleiten als erfahrene Experten Kunden bei der erfolgreichen digitalen Transformation. Wir haben für unsere Leser notiert, welche Faktoren sie dabei in ihrer Beratungspraxis als besonders relevant ansehen.

Das Ergebnis ist eine Checkliste für Entscheider. Mal eben „erledigen“ lässt sich die Digitalisierung damit natürlich nicht. Die Fragen bieten Ihnen vielmehr Gelegenheit, Ihre Planung nochmal zu bestätigen oder, wo es Sinn macht, zu ergänzen.

Über den CENIT-Ansatz mit den Säulen virtuelles Produkt, digitaler Prozess und autonome Produktion informiert Sie übrigens ein Artikel der beiden Gesprächspartner mit dem Titel smartPLM.

CENIT Digital Transformation Strategy SmartPLM 2019

Managementaufgabe Digitalisierung – die Checkliste für Entscheider

1. Haben Sie aufgedeckt, wo Medienbrüche Ihre Effizienz beeinträchtigen?

Skalierbar werden Digitalisierungsmaßnahmen erst, wenn Sie digitale Kontinuität in Ihrem Wertschöpfungsnetzwerk erreicht haben. Solange es einzelne Datensilos und nicht integrierte Applikationen gibt, lassen sich schlanke, schnelle und effiziente Geschäftsprozesse nicht zukunftssicher umsetzen.

Sie müssen also die Systembrüche erfassen und dabei in Prozessen und nicht in Abteilungen oder Arbeitsbereichen denken. Hinterfragen Sie auch die Systemverfügbarkeit. Denn nur mit hoher, echtzeitfähiger Datenqualität lässt sich eine autonome Fertigung erreichen.

2. Haben Sie eine Roadmap mit Meilensteinen definiert?

Der Umbau hin zu einer digitalen Geschäftsstrategie ist komplex und setzt viel Innovationskraft voraus. In mehreren Dimensionen geht es um grundlegende Veränderungen oder einen kompletten Reset: in der Technologie, in den Arbeitsweisen und, ganz wichtig, in den Denkweisen.

Für den Erfolg dieses Großprojekts sind Zwischenschritte unabdingbar. Sonst besteht die Gefahr, dass der Anfangsschwung nicht bis zum Ziel trägt.

Gefragt sind abgeschlossene Teilprojekte, die schnell produktiv gehen und konkreten Nutzen stiften. Typischerweise genügen drei bis sechs Monate, um einen solchen Meilenstein zu erreichen. Das ist budgeteffektiv und hilft, die Team- und Managementmotivation aufrechtzuerhalten.


Typische Initiativen, die in der Regel wiederum mehrere Teilschritte erfordern, betreffen zum Beispiel die prozessgetriebene Integration von Softwareplattformen für den Produktentstehungsprozess wie 3DEXPERIENCE und SAP, die Einführung von Arbeitsweisen wie Simulation Driven Design oder Datenstrukturen nach dem Model Based Definition-Ansatz.

3. Wie nah bleibt Ihre IT an den Standards?

Wenn alles agil wird außer die IT-Infrastruktur dann läuft hier Ihr Businessplan auf Grund. Je mehr Software Sie nahe am Standard verwenden, umso besser sind die Robustheit und Update-Fähigkeit. In den Zeiten von Cloud wird sich der Trend massiv verstärken.

Die Erfahrung unserer CENIT-Experten bestätigt, dass heutige PLM-Systeme die Kernprozesse eines Fertigungsunternehmens bereits nahezu vollständig mit Standards unterstützen. Diese Erkenntnis ist als „Ready-to-Grow“-Ansatz in Angebote wie SAP PLM Foundation oder das PLM-Einstiegskonzept für die 3DEXPERIENCE Plattform eingeflossen, wo wir mit Software-Paketen arbeiten, die zu etwa 80 Prozent vorkonfiguriert sind.

4. Haben Sie einen Jour fixe mit den Projektteams im Kalender stehen?

Mittelständler haben ein großen Vorteil: Sie haben es leichter als Großkonzerne, Entscheidungsträger aus allen Bereichen an einen Tisch zu bringen, um Geschäftsprozesse neu zu denken und zu digitalisieren.

Diese Präsenz der Leitungsebene muss aber auch später bestehen bleiben, wenn das Projekt läuft. Die digitale Transformation bringt tiefgehende Veränderung und damit Ängste und Unsicherheiten mit sich. Da braucht es ein professionelles Change-Management, das durch die Mitwirkung der Entscheider auch mit Bedeutung, Wertschätzung und, wenn es sein muss, auch „Basta“-Autorität ausgestattet ist.

5. Sieht Ihr Maßnahmenplan die interne Kommunikation als eigenen Aufgabenbereich vor?

Je mehr automatisiert wird, umso stärker kommt es auf den Menschen an: die Technologien müssen akzeptiert und verstanden werden. Automatisierung wird erst richtig gut, wenn sie auf die Erfahrung, Kreativität und spontane Lösungskompetenz der Mitarbeiter abgestimmt ist.

Dazu müssen alle im Unternehmen den Wandel verstehen, nicht nur diejenigen, die aktiv in den Projekten mitarbeiten. Die interne Kommunikation erhöht den ROI Ihrer Digitalisierungsstrategie.

CENIT Digital Continuity 2019

Was, wenn die Strategie noch fehlt?


Ein Digitalisierungsprojekt mit begrenztem Einsatzzweck ist ein valider Einstieg in einen Transformationsprozess, weil die Ergebnisse als wichtiger Impulsgeber weiterer Veränderungen dienen, betonen Martin Thiel und Horst Heckhorn. Gerade wenn dieser „Bottom Up“-Ansatz parallel von der Unternehmensleitung mit der „Top-Down“-Erarbeitung einer globalen Digitalisierungsstrategie ergänzt wird. “Think big, start small, start now!” lautet ihr Leitsatz dazu.

Bei den Überlegungen zur Zielsetzung hilft es, sich über zwei Schwerpunkte klar zu werden. Zum einen kann die Digitalisierungsstrategie auf die Effizienz bestehender Prozesse ausgerichtet werden, so dass Ihr Unternehmen die Produkte schneller und günstiger auf den Markt bringt. Mit diesem Vorteil bei der Kostenstruktur werden Sie wettbewerbsfähiger gegen bestehende Konkurrenten, die mit einem ähnlichen Geschäftsmodell agieren.

Mit Blick auf disruptive Konkurrenten, die seither für Sie gar nicht existierten, geht es darum, die Digitalisierung für mehr Flexibilität, Innovationen und letztlich ganz neue Geschäftsmodelle zu nutzen. Sie können Wertschöpfung anders gestalten. Zum Beispiel hoch individualisierte Produkte, die in Losgröße 1 wirtschaftlich herstellbar sind und in kürzester Zeit nach der Bestellung an den Kunden ausgeliefert werden.

Sie haben dazu Fragen? Oder Sie wollen unsere Checkliste ergänzen? Melden Sie sich unter meinefrage@cenit.de. Wir geben Ihr Anliegen gerne an die CENIT-Experten weiter!

Ansprechpartner

Uta Keilhauer

Uta Keilhauer

Digital Content Manager

+49 711 78 25 32 68
u.keilhauer@cenit.com