Newsroom
 / Magazin / 
Digital Continuity
Die PLM-Einführung ist eben doch keine Frage interner Kapazitäten
  • 981-1-983
  • 983-0-0
28.06.2021

Digitalisierung im Mittelstand: CENIT-Experten berichten

Die Richtung muss stimmen: Die PLM-Einführung ist eben doch keine Frage interner Kapazitäten

Hinter dem Stichwort „Digitalisierung“ stehen anspruchsvolle IT-Projekte. Mittelständler berichten, wie sie in Folge an personelle Leistungsgrenzen stoßen: Die Fachabteilungen wollen keine zusätzliche Experten-Kapazität für die Zusammenarbeit mit der internen IT abstellen, die selbst nicht den bequemen Mitarbeiterstamm eines Konzerns hat. In Folge wird manches zurückgestellt, für anderes wählt man einen Kompromiss. Warum beide Optionen für das Product Lifecycle Management System unternehmerisch wenig ratsam sind, erläutert Ralf Hohmann, der Entscheider in der Umsetzung von Geschäftsstrategien in zukunftssichere IT berät.

 
Natürlich weiß ich als Entscheider, dass ein PLM-System mein Unternehmen voranbringt. Andererseits bin ich vollauf mit dringenden System-Updates beschäftigt. Warum meinst du, dass ausgerechnet PLM keinen Aufschub mehr erlaubt? 

Wenn wir über die Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil sprechen, ist für mich die Anforderung durchgehender digitaler Prozesse von zentraler Bedeutung. Ein leistungsfähiges PLM-System ist dabei die Vision und das Herzstück!

Angefangen von der ersten Idee bis hin zur Lieferung ermöglicht das PLM-System, Prozesse über mein ganzes Unternehmen hinweg digital abzubilden. Richtig konzipiert und implementiert bildet es eine verlässliche Grundlage für stringente Daten.

Indem ich Vorgänge über das PLM-System durchgehend steuern und regeln kann, meistert mein Unternehmen die wachsende Komplexität in Produktentwicklung und Produktion. Ich bin reaktionsschnell, kann individuell fertigen und jederzeit innovativ agieren.

Ein wichtiger Aspekt für Geschwindigkeit und Agilität ist dabei das so genannte Front-Loading. Anstatt einzelne Sequenzen vollständig zu durchlaufen, teste und optimiere ich Entscheidungen frühzeitig in Feedback-Schleifen. Dazu kann ich zum Beispiel die Simulation nutzen – wenn sie über das PLM-System softwareunterstützt in das Engineering eingebunden ist.

Unternehmerisch sollte man ein PLM-System daher sicherlich als Kerninvestition betrachten. Ein PLM System lässt sich unmittelbar aus den Geschäftsanforderungen und aus der eigenen Geschäftsstrategie ableiten.

In einigen Industrien kommen die wachsenden Anforderungen großer Kunden dazu, die heute ein PLM-System voraussetzen. Gerade Automotive oder Aerospace sind enorm anspruchsvoll – ich nenne als Beispiel einmal den Datenaustausch im Zulieferernetzwerk.

Verstanden: ohne Investition in Prozess- und Datenkontinuität gefährde ich meine Wettbewerbsposition. Es bleibt aber dabei, dass eine solche Plattform eine komplexe Lösung ist. Könnte ich zum Einstieg mein PDM-System auf den neusten Stand bringen?

Ich glaube, dass das Update eines in die Jahre gekommenen PDM oder eines TDM-Systems nicht wirklich Antworten auf die angesprochenen Punkte liefert.

Der eigentliche Wirkungskreis eines solchen PDM-Systems ist in der Regel auf die Entwicklungs-Abteilung beschränkt. Ich kann Dateien austauschen und die Kollaboration organisieren aber eben nur innerhalb der Entwicklungsabteilung.

Das liefert aber nicht per se Aussicht auf ganzheitliche Prozesse, auf eine durchgängige digitale Datenverarbeitung, auf die Anbindung an das ERP oder Fertigungssysteme. Vielleicht ist das ein oder andere machbar aber das bleibt eingeschränkt. Schließlich ist ein PDM auch nicht dafür gemacht – das ist von vornherein nicht der Ansatz.

Für eine wirklich durchgängige Digitalisierung ist folglich die Fokussierung auf ein PDM-Update zu kurz gesprungen. Ich bin überzeugt, dass der ganzheitliche Nutzen für den Unternehmer so gesehen überhaupt nicht darstellbar ist, weil der Wirkungskreis wie gesagt auf die Entwicklungsabteilung beschränkt ist. Im schlimmsten Fall manifestiere ich eine Insellösung und manövriere mich in eine Sackgasse. Investition und Aufwand sind dann vielleicht erst einmal überschaubar aber dafür die Folgekosten enorm.

Anders sieht das aus, wenn ich mich mit dem PDM-Update auf das Ziel der durchgehenden Daten und Prozesse entlang der Wertschöpfungskette hin bewege. Wenn das PDM ein Schritt in einem Gesamtplan ist, bei dem alle Maßnahmen zusammenpassen – strategisch und technologisch!

Was ist aus deiner Sicht also ein sinnvolles Vorgehen bei der Einführung eines zukunftsfähigen PLM-Systems?

Die Einführung eins PLM-Systems ist ohne Frage komplex. Es gibt jedoch Wege, um diese Komplexität beherrschbar zu machen und diese Herangehensweise eignet sich ideal für den Mittelstand.

Ausgangspunkt muss immer die Vergewisserung sein, was ich erreichen möchte. Was bedeutet es für mein Unternehmen, zu digitalisieren? Was möchte ich beeinflussen? Welche Bereiche sind betroffen?

Daraus leitet sich ein Plan ab, der die Gesamtaufgabe in Etappen entlang einer Zeitachse unterteilt. Jeder Meilenstein auf dieser Roadmap sollte für sich schon Nutzen stiften, indem ein Teil-Problem gelöst wird.

Solche Sprints zu definieren hat entscheidende Vorteile. Betriebswirtschaftlich natürlich, weil es früher zu positiven Effekten kommen kann. Organisatorisch, weil ich flexibel bin auf neue Rahmenbedingungen reagieren kann. Vielleicht entsteht ein neuer Standort oder es gibt einen Merger, was ich beim nächsten Baustein berücksichtigen möchte.

Und schließlich helfen diese Sprint-Erfolge enorm, um die Mitarbeiter mitzunehmen und zu motivieren. Gerade im Mittelstand, wo so ein Projekt in der Regel als „add-on“ zu einem regulären Arbeitsfeld dazukommt. Um es sportlich auszudrücken: Wenn ich kein geübter Mountainbiker bin, macht es psychologisch einen riesen Unterschied, ob ich höre, bis nächste Woche soll ich die Alpen überqueren, oder, bis morgen erreichen wir die erste Hütte, wo es eine Brotzeit gibt. Von da aus nehmen wir den nächsten Weg nach oben.

Wie kann mich CENIT dabei praktisch unterstützen?

Indem wir das Projekt zu einer Serie von Erfolgserlebnissen machen! Wir verfügen über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung mit PLM im Mittelstand und haben bereits vor der Digitalisierungswelle unser Vorgehen sowie unsere Leistungen in Best Practices systematisiert und standardisiert. Das bedeutet, dass wir jetzt in der Lage sind, die notwendigen Schritte zum leistungsfähigen PLM-System im Baukastensystem anzubieten. Übrigens zum Festpreis!

In diesem Baukasten sind 80 Prozent der IT vorkonfiguriert. Für die Kunden ergibt das die perfekte Kombination aus Individualität und Standard.

Weil jedes dieser Leistungspakete bereit macht für eine spezifische Herausforderung des digitalisierten Produktentstehungsprozesses, erhalten alle unserer Mittelstandspakete das Label „Ready To“ : „Ready to Collaborate“, „Ready to Engineer“, Ready to integrate“, „Ready to Simulate“, etc. Das Modul „Ready to Collaborate“ deckt übrigens genau die zuvor angesprochenen Funktionalitäten eines PDM mit dem notwendigen Datenaustauch und der Zusammenarbeit im Team ab.

Zum Start bieten wir natürlich Unterstützung an, gemeinsam die Ziele zu definieren. Wir dokumentieren die einheitliche Vision. Was beschreibt die Ausgangslage und wie sollen in Zukunft die Prozesse entlang des Produktentstehungsprozesseses digital ablaufen? Als Ergebnis eines solchen Digital Process Assessments erhält der Kunde eine klar definierte Roadmap, in der die Transformation zum Mittelständler mit durchgehend digitalen Prozessen niedergelegt ist.

 Vielen Dank für diese Einsichten, Ralf!

Ralf Hohmann ist VP Sales 3DS PLM DACH RO bei CENIT.