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Martin Thiel Cenit
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11.07.2017

Übernahme KEONYS – Fragen an Martin Thiel, Senior Vice President Geschäftsbereich 3DS PLM

Gemeinsame Aufgabe, gemeinsamer Spirit

Mit der Übernahme von Keonys verantwortet Martin Thiel in Zukunft weit mehr Kunden, Märkte und Mitarbeiter. Das international aufgestellte Geschäftsfeld 3DS PLM optimiert mit seinen Lösungen bereits seit Jahrzehnten den Produktentstehungsprozess von Unternehmen – der Merger hat das Geschäftsfeld nahezu verdoppelt. CENIT gewinnt als PLM-Anbieter zusätzliche Stärke, von der die Kunden profitieren. Thiel ist als Mitglied des Leitungsgremiums auch an der Gestaltung der Post-Merger-Integration (PMI) beteiligt. Über beide Themen hat das CENIT Kommunikations-Team mit ihm gesprochen.

Herr Thiel, wie gestaltet sich die Arbeit am Zusammenschluss der beiden Unternehmen? Was ging leichter als erwartet und woran müssen wir noch arbeiten?

Der gemeinsame Spirit ist zu greifen. Wir bewegen extrem viel mit einer hohen Motivation und mit Spaß. Die Mitarbeiter freuen sich auf den Austausch und die gemeinsame Arbeit. Bei der CENIT haben wir bereits viel Erfahrung gesammelt im Bereich von Merger & Akquisition. Seit 2008 haben wir im Geschäftsfeld 3DS PLM alle drei Jahre ein Unternehmen integriert. Insofern konnte unser PMI-Team sehr gute Vorarbeit leisten. Dazu kommt, dass KEONYS und CENIT als führende Partner von Dassault Systèmes in gleichen Branchen, mit gleichen Problemstellungen arbeiten. Das hat die Integration ungemein erleichtert. Was wir jetzt angehen ist der lokale Skill-Aufbau innerhalb der Teams. Der kann jetzt starten, so dass zum Beispiel auch die Kollegen bei KEONYS die Details unserer Lösungen wie cenitCONNECT oder unsere Digital Factory Lösungen im Detail kennenlernen werden.

Wir machen unsere Kunden wettbewerbsfähiger, das ist unsere Mission. Deshalb die Frage: Warum macht uns das Zusammengehen mit KEONYS jetzt noch besser? Welche Stärken gewinnen wir als PLM-Anbieter? 

PLM-Projekte sind ressourcenintensiv und mehr denn je international ausgerichtet. Durch den Zusammenschluss der beiden Marktführer schmieden wir jetzt den mit Abstand größten Dassault-Systèmes-Partner weltweit. Wir werden das größte 3DEXPERIENCE-Integrationsteam im Markt haben. Mit KEONYS bauen wir darüber hinaus unsere Expertise im Bereich Simulation und MES (Manufacturing Execution System) aus, denn die Kollegen haben eine sehr hohe Kompetenz im Bereich SIMULIA und APRISO. Umgekehrt profitieren die KEONYS-Kunden von unseren CENIT-eigenen Software-Produkten wie cenitSPIN und cenitFLEX+ sowie unserem skalierbaren Application-Management-Konzept. Wir sind somit in der Lage, im internationalen Kontext umfassende PLM-Projekte zu bedienen. Weil wir die Skills haben, die Kundennähe und die wirtschaftliche Stärke.

Verschiebt sich unser Fokus damit auf PLM-Großprojekte?

Nein, keineswegs, wir haben es uns auf die Fahne geschrieben, mit skalierbaren Lösungen kleinen und mittleren Unternehmen den Weg in die Digitalisierung zu ebnen. Unser Konzept dazu heißt „Ready to Grow“. Und gemeinsam mit KEONYS können wird dieses Konzept jetzt für mehr Märkte in regionaler Nähe anbieten.

Wie läuft der Austausch zwischen KEONYS und CENIT konkret auf Projektebene ab? Werden die Teams von vornherein international zusammengestellt oder können die Projektleiter je nach Bedarf Kompetenzen aus anderen Ländern anfragen?

Es passiert beides. Mit den erforderlichen Skills und Sprachkenntnissen besetzen wir große internationale Ausschreibungen. Genauso kann ein Projektleiter einen Spezialisten anfragen, wenn er zusätzliches Expertenwissen braucht und dann spielt es im Grunde keine Rolle, zu welcher Niederlassung der Kollege gehört. Grundsätzlich fördern wir den internen Austausch und vernetzen die Teams auf der Arbeitsebene. „Connecting the dots“, das ist heute einfach gefordert und geschieht im digitalen Zeitalter ohnehin ganz von selbst. Wir unterstützen das mit einer aktuellen Collaboration-Initiative. Auf Management-Ebene wird das alles durch die Abstimmung in einem gemeinsamen Board gesteuert, in dem die Service-Leiter und die Vertriebs-Leiter sich dazu austauschen und Entscheidungen treffen.

Wie sehen französische Unternehmen die Aufgabe einer durchgehenden Digitalisierung des Produktentstehungsprozesses? Gibt es da Unterschiede zu Deutschland?

Die Herausforderungen der digitalen Transformation sind für die Kunden in Frankreich absolut identisch. Das ist ein branchengetriebenes Thema. Das zeigt auch folgendes Ereignis: Ende Juni haben die Initiativen zur Digitalisierung der Produktion aus Deutschland, Frankreich und Italien eine trilaterale Kooperation vorgestellt. Die deutsche Plattform Industrie 4.0, die französische Alliance Industrie du Futur und die italienische Initiative Piano Industria 4.0 haben sich auf einen Aktionsplan geeinigt, um die Digitalisierungsprozesse über Ländergrenzen hinweg zu stärken und zu stützen. Da geht es um eine Harmonisierung basierend auf den gleichen Herausforderungen. Und der gemeinsame Nenner ist ein PLM-basiertes Engineering als tragende Säule der  Digitalisierung. Mithin genau die PLM-Kernleistung von CENIT und KEONYS.

Herr Thiel, vielen Dank für das Gespräch.