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CENIT Nachbericht IDay 2018
  • 238-1-0
26.06.2018

CENIT INNOVATION DAY - Eine Nachbetrachtung

Digitale Kontinuität in der Praxis

Beim Gros der Unternehmen stellt sich nach wie vor die Frage nach dem für sie richtigen „Wie“ der Digitalisierung. Dieses „Wie“ zu beantworten – praktisch greifbar und technologisch umsetzbar – stand im Fokus des CENIT INNOVATION Day 2018. Die PS-gestärkte Atmosphäre des Porsche Museums in Stuttgart diente rund 130 Entscheidern und Professionals produzierender Unternehmen aus den Branchen Automotive, Fertigung und Aerospace als dynamisches Forum für die Gewinnung von Best-Practice-Erkenntnissen und aktiven Fachaustausch. Die handfeste Basis für zukunftsweisende Impulse und klare Handlungsalternativen boten Vorträge und dedizierte Live-Demos von Experten der CENIT und ihren Partnern sowie Kundenunternehmen wie MAHLE.

Vor rund drei Jahren kam eine von TNS Infratest im Auftrag der Commerzbank durchgeführte Studie unter 4000 deutschen Mittelständlern zu dem Ergebnis, dass der deutsche Mittelstand zurückhaltend sei, wenn es um die digitale Transformation geht. Er warte lieber ab, als die Digitalisierung aktiv anzugehen. Zwar beobachte der Mittelstand die Mitbewerber und reagiere auch auf Vorstöße, auf die eigene Innovationskraft setze aber fast niemand. So das sicherlich realitätsgetreue, aber – in Zeiten von Industrie 4.0 und steigender Dynamik in Industrie und Wirtschaft – ernüchternde Ergebnis der Untersuchung. Heute, Mitte 2018, sind erfreulicherweise klare Tendenzen in Unternehmen zu erkennen, die Themen digitale Transformation sowie Schaffung der digitalen Kontinuität aktiv anzugehen. Einer der Gründe: Die produzierenden Unternehmen – ob klein oder mittelständisch – sind in Zugzwang, ihre wertschöpfenden Prozesse, ihre Produktions- und Planungsabläufe zu digitalisieren, zu vernetzen und so in eine digitale Kontinuität zu überführen, wollen sie ihre Position im Markt oder Bedeutung als Zulieferer der Großen nicht verlieren.

Beim Gros der Unternehmen stellt sich jedoch nach wie vor die Frage nach dem für sie richtigen „Wie“. Dieses „Wie“ zu beantworten – praktisch greifbar und technologisch umsetzbar – stand im Fokus des CENIT INNOVATION Day 2018. Die PS-gestärkte Atmosphäre des Porsche Museums in Stuttgart diente rund 130 Entscheidern und Professionals produzierender Unternehmen aus den Branchen Automotive, Fertigung und Aerospace als dynamisches Forum für die Gewinnung von Best-Practice-Erkenntnissen und aktiven Fachaustausch. Die handfeste Basis für zukunftsweisende Impulse und klare Handlungsalternativen boten Vorträge und dedizierte Live-Demos von Experten der CENIT und ihren Partnern sowie Kundenunternehmen wie MAHLE.

CENIT IDAY Eindruecke Event 2018

Impressionen IDay 2018 | Kostenfreie Anmeldung zum CENIT Innovation Day 2019


Praxisgerechte Digitalisierung – smartPLM als Schlüssel

„Gemeinsam ergründen, welche Möglichkeiten, strategischen Ansätze und praktischen Lösungen uns heute zur Verfügung stehen, um eine Durchgängigkeit von digitalen Prozessen in Unternehmen zukunftsfähig und nachhaltig zu etablieren. Und zwar so, dass sich diese Prozesse innovativ aber ausgereift, effizient und praxistauglich an der Strategie Ihres Unternehmens ausrichten – und diese im Idealfall weiter stärkt.

So lautete zu Beginn der Veranstaltung das Versprechen des CENIT CEOs Kurt Bengel an die Besucher des Events. Er adressierte damit CENITs klare Auffassung davon, dass die praxisgerechte Digitalisierung und damit einhergehend die Implementierung eines sinnvollen PLM bei vielen Fertigungsunternehmen weitaus pragmatischer und näher am bisherigen Geschäft liegen kann, als vermutet.

Einer der Schlüssel dazu ist ein strategischer Ansatz, den CENIT unter dem Begriff smartPLM subsummiert: Ein Ansatz, der durch einen modularen Aufbau „leichter verdaubar“ und höchst skalierbar gestaltet ist – und sich so sowohl für Mittelständler als auch Großunternehmen individuell adaptieren lässt.

„Mit smartPLM folgen wir dem Anspruch, in Unternehmen digitale Prozesse zu etablieren, die alles Überflüssige weglassen, durchgängig ohne Medienbrüche ablaufen und sich jederzeit schnell an veränderte Anforderungen anpassen. Nur dann können wir sicher sein, dass die im Rahmen eines kompletten Produktlebenszyklus – vom Design bis zum Service – benötigten Informationen sicher, verlustfrei und synergetisch durch die Wertschöpfungskette passieren“,

so erläuterte Horst Heckhorn, Business Development Executive der CENIT, im Vortrag zum Thema Digitale Kontinuität, die Selbstverpflichtung, die CENIT mit smartPLM bei Unternehmen eingeht. Klar ist: Der Einsatz modernster Technologien nützt wenig, wenn die Prozesse nicht optimiert und durchgängig gestaltet sind. Daran kranken auch heute viele sogenannte PLM-Implementierungen, die in Wahrheit nicht über das Sammeln und Ablegen von technischen Produktinformationen hinaus gekommen sind.

Um mit smartPLM die Herausforderung der Digitalisierung anzugehen müssen Unternehmen jedoch bereit sein, das Thema PLM proaktiv als klaren Bestandteil innerhalb ihrer Hierarchie der Unternehmens-, Digitalisierungs- und Industrie-4.0-Strategie zu positionieren. Nur so kann nicht nur an der prozessualen, sondern an der gesamtunternehmerischen Erfolgsschraube gedreht werden, die für tatsächlich nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sorgt. Praktisch umsetzbar wird dies alles durch eine prozessgetriebene Integration der Plattformen von Dassault Systèmes und SAP sowie die individuelle Kombination der Plattform-Features für die jeweiligen Rollen und Abläufe, die CENIT für Unternehmen umsetzt. Im Kern fußt dieses Vorgehen zudem auf vorangehender Analyse und dezidierter Prozessberatung sowie der Kombination aus standardisierten Best-Practice-Implementierungen und individuell angepassten Software-Bausteinen.

Kalkulierbar, sicher und praxistauglich wird dieses Handeln durch den Gedanken des „start small“, der dem smartPLM-Ansatz immanent ist: Nach Bedarf in verdaubaren Schritten agieren, um strategisch geplant, sukzessive die digitale Durchgängigkeit zu etablieren. Denn digitale Kontinuität im virtuellen Produkt und nahtlos integrierte durchgängige Prozesse sind die Voraussetzungen für eine autonome Produktion und somit die Basis für eine „digitaler Zwilling“-Strategie.

„Think big, start small – start now“,

forderte in diesem Sinne schließlich Martin Thiel, Senior Vice President 3DS-PLM der CENIT, die Besucher im Rahmen des gemeinsamen Vortrags auf. Strategisches und proaktives Denken – jedoch auch mutiges und rechtzeitiges Handeln, sind letztendlich unerlässlich, so sein Tenor.

PLM bei Global Playern

Wie die Idee eines durchgängig digitalen PLM-Ansatzes bei Global Playern der Fertigungsbranche im Realen etabliert und implementiert wird, präsentierte auf der Veranstaltung Dr. Alexander Burger von MAHLE. Für den international führenden Zulieferer der Automobilindustrie stehen im Zeitalter der Elektromobilität wegweisende Veränderungen an. Für diese Herausforderungen wappnet sich MAHLE unter anderem mit einer einheitlichen PLM-Landschaft – dem „One PLM“ Programm. Dessen übergreifendes Ziel ist die größtmögliche Steigerung der Effizienz und Flexibilität der zugrundeliegenden wertschöpfenden Prozesse bei MAHLE. Zudem sollen Synergien zwischen den Geschäftsbereichen gehoben, sowie die Zusammenarbeit intensiviert werden. Drei Säulen prägen das Vorgehen: Zum einen werden regionale Prozesse einzelner Geschäftsbereiche auf eine globale Ebene gehoben und im führenden PLM-System hinterlegt. Der zweite Fokus richtet sich auf die Vereinheitlichung der Prozesse der einzelnen Geschäftsbereiche, wo immer es Sinn macht. Der dritte Schwerpunkt des Programms ist die Digitalisierung und die Bereitstellung eines integrierten, digitalen Masters, der ein ganzheitliches digitales Abbilden der Produkte und daraus resultierende Funktionen wie Big Data-Analysen oder Nutzung von Assistentensystemen ermöglicht.

Um das Vorhaben planmäßig zu realisieren, ist das One PLM Programm in der Konzernführung verankert. Hier findet sich auch die seitens des smartPLM-Ansatzes formulierte Empfehlung wieder, das Thema PLM fest in der Geschäftsstrategie zu implementieren. Diese Rückendeckung ist notwendig, um ein solch anspruchsvolles Programm, das das gesamte Unternehmen betrifft, zum Erfolg zu führen.

Quo vadis – PLM und Digitalisierung

Einen weiterführenden, tieferen Blick auf operative PLM-Prozesse gewährte auf dem CENIT IDAY Branchenexperte und Berater Ralph Christnacht. Im Rahmen seiner Betrachtung des Status Quo der Fertigungsindustrie erläuterte er, welchen Beitrag digital durchgängige Prozessketten und digitale Abbildungen der realen Welt für effiziente, dezentral gesteuerte Abläufe leisten. Sein klarer Tenor: Aktuelle Trends wie Prozesskettenverkürzung und Integration verschiedener Bearbeitungsverfahren wie Drehen, Fräsen, Verzahnen etc. auf einer Maschine, Dezentralisierung, Vernetzung, Ferndiagnose oder durchgängige CAX-Verfahrensketten – bis hin zur Simulation, Virtual und Augmented Reality – sind bei heutiger Dynamik nur möglich, wenn etablierte Fertigungsprozesse aufgebrochen werden und Unternehmen diese konsequent digital durchgängig gestalten. Im Idealfall müsse ein Unternehmen eine komplett digitale Inbetriebnahme durchführen können, bevor es sein Produkt real herstellt.

Das heute teilweise unabhängige Agieren aus Produktentwicklung und Fertigung müsse dazu überwunden werden. Als Beispiel für die Notwendigkeit und den Erfolg dieser Forderung führte Christnacht das Elektrofahrzeug e.GO an: Aufgrund einer konsequenten Digitalisierungsstrategie konnte das Fahrzeug in einer time-to-market-Zeit von zwei Jahren für die Serienfertigung bereit gemacht werden. Die genutzten technologischen Erfolgsfaktoren: Aufbau einer digitalen Wertschöpfungskette durch konsequente Digitalisierung in R&D, wenige Datenbrüche, Standardisierung von Komponenten, Integration von R&D und Fertigung – und damit eine agile Produktentwicklung. Doch die Technologie allein ist laut Christnacht nur eine Seite der Medaille. Nicht minder wichtig für die Serienreife des e.GO waren Aspekte wie Offenheit und Flexibilität, ständige Weiterentwicklung der Organisation und Mitarbeiter sowie die permanente Überprüfung und Verbesserung der Datenqualität. Faktoren, die das tatsächlich disruptive Handeln erst ermöglichen und das organisatorische Fundament für das digitale Processing bilden.

In der Weiterführung seiner Argumentation sprach sich Christnacht – nicht zuletzt den Gedanken der autonomen Fertigung vor Augen – für den stärkeren Einsatz von cyberphysischen Systemen aus. Seine Forderung: „Wenn Werkzeugmaschinen, Automation und Prozesssteuerung dezentral in einem Cyber-Physischen System (CPS) geregelt sind, erübrigen sich zeitintensives Um- oder Nachrüsten.“ Dieser Ansatz sowie die konsequente digitale Kontinuität von Prozessen seien die Imperative eines zukunfts- und wettbewerbsfähigen Agierens und der autonomen Fertigung – sowie die Basis neuer Geschäfts- und Erfolgsmodelle, so Christnacht.

Smarte PLM-Prozesse Step-by-Step

Theorie und Strategisches in allen Ehren. Wie geht man die viel zitierte digitale Durchgängigkeit nun operativ an? Welche Abläufe und Software sind erforderlich, wie kann ein Beispielprozess gestaltet sein? Die Antwort auf diese Fragen bildete einen der inhaltlichen Schwerpunkte des CENIT INNOVATION DAY: Dazu präsentierten Experten der CENIT ein smartPLM-Szenario, das am Beispiel eines kompletten Änderungsprozesses – vom Auftrag einer Produktanpassung über Produktionsplanung bis hin zur Wartung – wesentliche Aufgaben und Rollen ganzheitlich einbindet.

Die praktisch-handfesten Tools dazu: Bedienerfreundliche Benutzeroberflächen, die auf jeden Anwendertyp zugeschnitten und nach dessen Bedürfnissen ausgerichtet sind – z.B. intuitive Apps für Manager für eine effiziente Aufgabenverteilung und Entscheidungsfindung, Funktionen, die Concurrent Engineering und paralleles Controlling unterstützen. Einfache und logisch nachvollziehbare Integration unterschiedlichster Software-Komponenten zur Unterstützung des Gesamtprozesses des Wertschöpfungsnetzwerks, z.B. die Integration der 3DEXPERIENCE-Plattform in SAP-Prozesse oder Kollaborationsfunktionen für die effiziente Zusammenarbeit mit externen Parteien (z.B. Entwicklungspartnern). Hierzu gehört unter anderem auch der Wartungs- bzw. Serviceprozess: Im Rahmen der CENIT-Demonstration wurde live dargestellt wie mit Hilfe der SAP-Cloud Daten in Echtzeit von einer Maschine an die Betreiber und deren vernetzte Devices gesendet werden können. Die Cloud kann daraufhin einen automatischen Wartungsprozess starten, so dass in Problemfällen, wie beispielsweise Störungen, die Folgekosten möglichst gering gehalten werden.

Unabhängig davon welcher Prozess nun angegangen wird – die Live-Demos des IDAY verdeutlichten den Besuchern wie handhabbar es tatsächlich ist, wertschöpfende Abläufe ganzheitlich zu betrachten und somit Optimierungspotenzial mit durchgängigen und intuitiven Prozessen sowie mit integrierten Software-Komponenten zu nutzen.

Der Mensch als Treiber der Digitalisierung und Schlüssel zum Erfolg

Trotz allen digitalen Fortschritts ist der Schlüssel für technologischen Erfolg der Mensch selbst. Dieses Statement prägte ebenso wie der fachlich-technische Anspruch den Geist des CENIT INNOVATION DAY. Gewürdigt wurde dieser Gedanke nicht zuletzt durch eine – für solche Events nicht immer übliche und daher umso bedeutendere – Betrachtung der Aspekte Innovation und Technologie mit dem Menschen und seinen Emotionen im Zentrum dieser. Kann digitale Transformation ohne „menschliche“ Transformation erfolgreich sein? Was machen die Menschen mit der Digitalisierung – bzw. was macht die Digitalisierung mit den Menschen? Marken- und HR-Experten Jörg Dambacher (RTS) und Martin Braun (Develop People) erläuterten die vielfältigen Dimensionen dieser komplexen Fragestellungen und diskutierten über die Rolle, die wir als analoge Menschen in der digitalen Welt spielen. Deutlich wurde hierbei, dass die digitale Transformation und Vorhaben wie Losgröße1, Agilität und PLM erst dann von Erfolg gekrönt sein werden, wenn nicht nur die Entscheider die Transformation aufzwingen, sondern wenn alle Beteiligten diesen Wandel aktiv mitgestalten wollen.

Mit dem Dreieck Mensch – Prozesse – Digitalisierung schloss sich also der thematische Kreis des CENIT INNOVATION DAY. Die Betrachtung dieser Dimensionen sei unerlässlich, erklärte CEO Kurt Bengel zum Abschluss des Tages, “denn nur so kann das große ganze Bild der Digitalisierung erfasst und erfolgreich weitergedacht werden und sich somit in sinnvollen Handlungskonzepten wiederfinden. Alles andere wäre eine zu einseitige, kurzfristige Betrachtung.“